Fachbegriffe rund ums Passivhaus
A/V-VERHÄLTNIS (A/VE)
...ist der Indikator für die Kompaktheit eines Gebäudes. Er ist Grundlage für die energiewirtschaftliche Betrachtung und die Wärmeschutzberechnung. Es beschreibt das Verhältnis der wärmeübertragenden Außenfläche (A) zum beheizten Volumen (Ve). Je kleiner das Verhältnis ist, desto geringer sind die Transmissionswärmeverluste.
Die geometrisch kompakten Körper Kugel und Würfel haben also den geringsten Wärmeverlust. In der Praxis stellte sich jedoch heraus, dass ein liegender Quader, aufgrund der Möglichkeit größere Solare Wärmegewinne zu erzielen, die energetisch günstigere Bauform ist.
AKUSTISCHE ENTKOPPELUNG
...wird durch die Trennung der einzelnen Schichten eines mehrschaligen Bauteils oder die Trennung von Bauteilen erreicht. Dadurch wird die unmittelbare Tritt-, Körper- und Luftschallübertragung stark eingeschränkt.
So ist beispielsweise ein Fließestrich umfassend in Dämmung bebettet, um an keiner Stelle direkt die Wände oder Decke zu berühren und damit
Schallwellen zu übertragen.
BAULICHER HOLZSCHUTZ
...Moderner Holzschutz hat den Chemischen Holzschutz bis auf wenige Ausnahmen überwunden und knüpft direkt am Traditionellen Holzschutz an. Der Einsatz von gesundheitsgefährdenden Bioziten (Schädlingsgiften) wird durch konstruktive Lösungen vermieden. Dies kann zum Beispiel durch bestimmte Verbindungen und Anordnungen von Bauteilen, Hinterlüftungen oder Schutzschichten, wie Dampfbremse und Unterspannbahnen geschehen. Der Schädling wird also nicht vertrieben, sondern ihm wird gar nicht erst der notwendige Lebensraum geboten — nämlich Feuchtigkeit.
BLOCKBAUWEISE
...bildet flächige Vollholzwände aus entrindeten, teilweise behauenen Holzstämmen oder modern maschinell profilierten Holzbohlen horizontal übereinander geschichtet und im allgemeinen mit ein- oder mehrfachen Nut- und Feder-Konstruktionen miteinander verbunden. Die Ecken sind über eine Verkämmung der anliegenden Bohlen oder Stämme miteinander verbunden.
Die vertikale Lastabtragung geschieht flächig über die Wandelemente. Das bedeutet, dass die Lasten quer zur Holzfaser angreifen und dadurch hohe Setzungen nach sich ziehen.
Bei dieser Bauweise muss man durch den aufwendigen Bearbeitungsgrad mit vergleichsweise hohen Herstellungskosten rechnen.
BLOWER-DOOR-VERFAHREN
...wird zur Prüfung der Luftdichtheit eines Gebäudes angewandt. Durch einen Ventilator wird ein Über- bzw. Unterdruck zwischen dem Gebäudeinneren und der Außenluft von 50 Pa erzeugt, wodurch man einen n50-Wert erhält, der die resultierenden Volumenströme über Fugen oder Fehlstellen bewertet. Besonders im Rohbau des Holzrahmenbaus wird dieser Test sehr empfohlen, da dadurch etwaige Ausführungsfehler rechtzeitig behoben und spätere Tauwasserschäden durch Undichtigkeiten ausgeschlossen werden können.
DAMPFBREMSE
...Die Dampfbremse ist das sensibelste Detail im Holzrahmenbau. Sie verhindert, dass an kalten Wintertagen warme feuchte Luft in die Außenwand oder das Dach eindringt und es dort zum Tauwasserausfall kommt. In diesem Fall würden die Bauteile durchfeuchten und wären idealer Lebensraum für alle Arten von Schädlingen. Die Dampfbremse ist damit Teil des baulichen Holzschutzes und macht das Behandeln der Holzkonstruktion mit Bioziten unnötig. Noch im Rohbau wird ein so genannter „Blower-Door-Test“ durchgeführt, um die nötige Luftdichtheit des Gebäudes sicher zu stellen.





